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Der reichste Mann tut nur noch Gutes
Bill ist nicht mehr da. Der "reichste Mann der Welt" und Mitbegründer des weltgrößten Softwarekonzerns Microsoft hat Ende Juni seinen Schreibtisch in seiner Firma geräumt und sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen. Er wird sich in Zukunft nur noch seiner wohltätigen Stiftung, der "Bill and Melinda Gates Foundation" widmen.
Der Rückzug war zwar lange geplant. Schon im Jahr 2000 gab Bill den Posten als Vorstandsvorsitzender an Steve Ballmer ab und bestimmte bereits seine Nachfolger: Ray Ozzie und Craig Mundie. Dennoch ist die Abwesenheit des 52-Jährigen, der in der öffentlichen Wahrnehmung das dominierende Gesicht von Microsoft war, nun ein großer Einschnitt.
Nun ist Gates das dominierende Gesicht der Wohltätigkeit. Der Mann, der die "Forbes"-Liste der Superreichen 13 Jahre lang als reichster Mann der Welt angeführt hat, wurde erst in diesem Jahr von dem Investor Warren Buffett auf Platz 2 verdrängt. Im Jahr 1975 gründete er als 19-Jähriger gemeinsam mit seinem Freund Paul Allen die Firma Microsoft. Den Durchbruch schafften die beiden im Jahr 1980, als sie vom Technologiekonzern IBM den Auftrag bekamen, ein Betriebssystem für einen PC zu liefern. Mit "Windows" und der Bürosoftware "Office" erarbeitete sich Microsoft eine monopolartige Stellung. Mit seinen Konkurrenten sprang Gates gnadenlos um. So mancher Wettbewerber wurde an die Wand gedrückt. Wegen seiner Geschäftsmethoden handelte sich Gates so manches Kartellverfahren in den USA und in Europa ein.
Bill Gates wird sich jetzt nur noch um seine wohltätige Stiftung kümmern. Die "Bill and Melinda Gates Foundation" ist die größte Privatstiftung der Welt. Sie setzt sich für die Bekämpfung von Malaria und Aids in Entwicklungsländern und für die Ausbildung an amerikanischen Schulen ein. Dank dieser Stiftungsarbeit hat sich das öffentliche Bild von Bill bereits in den vergangenen Jahren verändert. Er steht nicht mehr nur als gnadenloser Monopolist da, sondern erwarb sich auch in der Wohltätigkeit Glaubwürdigkeit.
Quelle: FAZ vom 29.Juni 2008
Die Bill & Melinda Gates Foundation
Die Bill & Melinda Gates Foundation ist von den Einlagen her die mit Abstand größte Privatstiftung der Welt. Bill Gates hat im Jahr 1994 erstmals eine Stiftung mit dem Namen „William H Gates Foundation" gegründet, die zunächst von seinem Vater geführt wurde. Im Jahr 1999 entstand die „Bill & Melinda Foundation". Sie hat ihren Hauptsitz in Seattle. William Gates sr. leitet die Bill & Melinda Gates Foundation mit über 540 Mitarbeitern und einem Kapitalgrundstock von rund 37,3 Mrd. US $ (Stand: Mai 2008).
Die Ziele der Stiftung sind im Bereich der Entwicklungshilfe angesiedelt. Sie unterstützt die Behandlung und Bekämpfung von Krankheiten in der ganzen Welt. Dazu gehören Projekte zur Versorgung von Aids-Kranken in Botswana und die Bereitstellung von Geldern für Impfprogramme von Kindern in Indien und Afrika. Weiterhin engagiert sie sich in der Forschung nach Impfstoffen gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Die Stiftung fördert außerdem Bibliotheken, Studenten aus Bevölkerungsminderheiten und internationale Post-Graduate-Studenten an der Univeristät Cambridge (Gates Scholarship).
Die Globale Allianz für Imfpstoffe und Immunisierung (GAVI) wird zu 75 % (750 Mio. US $) von der Bill & Melinda Gates Foundation finanziert, die, im Gegensatz zu den UN-Organisationen (WHO), dort auch einen ständigen Sitz im Aufsichtsrat hat.
Die Stiftung hat eine große Macht in den USA. Viele Schulen sind finanziell unterversorgt und daher abhängig von den Gates-Geldern. Die Macht der Stiftung soll auch bis zur Besetzung politischer Ämter in den USA reichen. (Quelle: Wikipedia)


