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Harte Zeiten für Fundraiser


 

 

Fundraiser stellen sich auf harte Zeiten ein

Kaum ein Fundraiser kann sagen, dass die anhaltende Finanzkrise in der Weltwirtschaft keine Auswirkungen auf die Einahmen seiner Organisation hätte. Sinkende Bankzinsen, Entwertung von Anlagepapieren, wirtschaftliche Schwierigkeiten bisher großzügiger Firmen, Entwertung von Liegenschaften treffen alle. Natürlich können sich Börsenkurse wieder erholen und Liegenschaften ihre alten Werte zurückgewinnen. Wer aber nicht warten kann und jetzt gezwungen ist, Rücklagen aufzulösen und Grundstücke zu verkaufen, hat gelitten. Hinzu kommt, dass angesichts der Finanzkrise Projekte im In- und Ausland akut gefährdet sind und nur mit zusätzlichen Finanzspritzen gerettet werden können, die in den Budgets der Geberorganisationen nicht eingeplant sind.

Wenig rosig sehen viele Fundraiser in Deutschland die Einnahmen zu Weihnachten und danach. Auch wenn viele hoffen, dass der Kelch der gefühlten und tatsächlichen Rezession an Deutschland vorübergeht, gibt es auch Stimmen, die schlimme Zeiten erwarten. Eine Umfrage unter 100 führenden Fundraisern der Welt beim International Fundraising Congress Mitte Oktober im niederländischen Noordwijkerhout zeigt, dass europäische und nordamerikanische Fundraiser sich zwar optimistisch geben, aber schlechte Zeiten für das Mäzenatentum von Kunst und Kultur, Entwicklungshilfe und Tierschutz vorhersagen, dagegen kinderbezogenen Zwecken, Katastrophenhilfe, Gesundheits- und religiösen Zwecken gute Chancen geben, mit leichteren Blessuren davonzukommen.

Der Deutsche Fundraising Verband bekam nur wenige Reaktionen auf eine Umfrage nach gegenwärtigen und möglichen künftigen Auswirkungen der Finanzkrise aufs Fundraising der Organisationen, für die unsere Mitglieder arbeiten. Doch die Antworten sind aufschlussreich.

„Deutlich weniger Response in der Neuspendergewinnung“, registrierte etwa ein führender Dienstleister. „Wir gehen generell davon aus, dass die Spendenbereitschaft zurückgehen wird“, berichtet der Fundraiser eines Hilfswerks. „Die Krise verunsichert, es wird Halt gesucht. Den können wir verbunden mit Stabilität, Vertrauen und Kontinuität bieten. So denke ich, dass die Spenden gleich bleiben werden oder noch eher steigen“, hofft ein anderer. Eine freie Fundraising-Beraterin erlebte ein Desaster beim Abholen zugesagter Bankspenden: „Es war eine meiner schlimmsten Wochen als Fundraiserin.“ Ein Sponsoring-Partner aus der Automobilindustrie hat sein Sponsoring, das im Mai noch positiv bestätigt war, zurückgezogen. Auch Stiftungsgelder fließen möglicherweise nicht mehr so reichlich. Direkte Auswirkungen spüren Organisationen bereits bei Vergabestiftungen, deren Ausschüttungen unmittelbar mit dem Kapitalertrag verknüpft sind.

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